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Aussergewöhnliche Bauwerke

vom Malpas zur runden schleuseNKAMMER von Agde

Der Malpas. Um seinen Traum zu verwirklichen, ist Pierre-Paul RIQUET für seine Zeit ungewöhnlich kühn und intuitiv vorgegangen und hat geniale Konzepte umgesetzt. Zwischen Capestang und Marseillan sind mehrere seiner  Ingenieurbauwerke heute noch in Betrieb, einige davon noch in ihrer ursprünglichen Form. Der Durchbruch von Malpas (1679-1680), am Fuss des Kastells von Ensérune bei Colombiers, trägt seinen Namen zu Recht - Malpas bedeutet «schwierige Passage ». Der durch das Felsgestein gebohrte "Flusstunnel" ist 173 Meter lang, 8,5 Meter breit und 6 Meter hoch; an seinem linken Ufer läuft ein Treidelpfad entlang. Heute kreuzen sich hier drei übereinanderliegende Tunnel auf drei Niveaus: der oberste ist der des Canal du Midi, der mittlere ist ein Eisenbahntunnel und der auf der unteren Ebene führt das Wasser des Etang de Montady ...  eine technisch höchst eindrucksvolle Verflechtung.

 

 

die schleusentreppe von Fonseranes

 

 

Am Fusse von Béziers liegt die Schleusentreppe von Fonseranes, die sicherlich zu den sehenswürdigsten Bauwerke gehört, die man am Canal du Midi bewundern kann. Ursprünglich von neun hintereinanderliegenden Schleusenkammern gebildet,  erlaubt die "Octuple" - eine Reihe von 8 treppenartig angeordneten Becken, eine in der Geschichte des Transports auf Binnenwasserstrassen einzigartige Konstruktion -  einen Höhenunterschied von 21,5 Metern über eine Länge von 300 Metern  zu überwinden! Heute sind allerdings nur noch 7 der Schleusen in Betrieb.

 

 

Der wasserkeil von Fonseranes

Schleusen durch ein Wasserkeilhebewerk zu ersetzen ist eine Lösung, die häufig für Kanäle im Norden eingesetzt wird. In Fonseranes kam sie allerdings zu spät: der Handelsverkehr lag schon in den letzten Zügen. Die Arbeiten am Schiffshebewerk wurden 1984 noch vor seiner Fertigstellung abgebrochen. Das äusserst kostspielige Bauwerk war dazu gedacht, den Transport der Güter zu beschleunigen und die - zeitraubende - Durchfahrt der 9 Schleusen zu umgehen. Heute blicken die Touristen und Binnenschiffer, die Fonseranes durchfahren, mit Staunen auf das unnütze Gebilde, als eine seltsame Manifestation der Moderne, denen die alten, aber zuverlässigen Schleusen von Riquet eine lange Nase zu drehen scheinen. Die Betriebsweise eines Wasserkeilhebewerks: ein Lastkahn fährt in die Wasserkeilrinne und wird von einer motorgetriebenen, auf Rädern sitzenden Maschine entweder "flussaufwärts" oder "flussabwärts" geschoben, bis er schliesslich wieder freigegeben werden kann.

 

die kanalbrücke



In Béziers stiess der Canal Royal auf den Fluss Orb. Schleusenkammern wurden gebaut, doch das komplexe, von Riquet erdachte System, das regelmässig den Risiken des Hochwassers ausgesetzt war, wenn der Fluss anschwoll, so dass es oft zu Unfällen und Schiffbrüchen kam, wenn die kiellosen Kähne die Orb überquerten, wurde 1858 von der Kanalbrücke abgelöst. Seitdem fahren die Lastkähne in einer Höhe von 12 Metern auf der Kanalbrücke über den Fluss. Sie wird von mehreren Galerien durchzogen, von denen eine noch besichtigt werden kann. Die Kanalbrücke  mit ihren 28 Metern Breite überspannt  eine Länge von 240 Metern. Um sie bauen zu können, wurde der Kanal ab der siebten Schleusenkammer von Fonseranes umgeleitet. Die neue Führung vermeidet den alten Hafen Notre-Dame, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Port Neuf abgelöst wurde.

 

Der kleine kanal von Roque-Haute

Zwischen Vias und Portiragnes liegt der ehemalige Vulkan Roque-Haute, der den Hauptanteil an Basaltsteinen lieferte, die zur Errichtung vieler der Gebäude in der Umgebung dienten. Der kleine Kanal ("le canalet") verband den Canal du Midi mit dem Hügel. Heute ist dieser ein Naturschutzgbiet; die Stätte zeigt noch Spuren des Steinabbaus, der wesentlich zur wirtschaftlichen Bedeutung des Flusses beitrug.

 

Die WasserBrücke des Libron

Das heutige Bauwerk stammt aus dem Jahr 1858 und ersetzt das ursprüngliche, von Riquet  konzipierte System. Urbain Maguès, Oberingenieur beim Bau des Canal du Midi, der auch die Kanalbrücke von Béziers entworfen hatte, leitete die Arbeiten. Vier nebeneinanderliegende Kammern ermöglichen den freien Abfluss des Libron, ohne dass der Canal du Midi dadurch verschlammt. Die Maschinerie ist beeindruckend: eine Verstrickung von Metallstrukturen, Zahnrädern und Gerüsten, die eines Jules Verne würdig wären.

die runde schleuse von Agde

Die runde Schleusenkammer von Agde wurde zwischen 1679 und 1680 erbaut. Sie regelt den Verkehr von drei Wasserwegen, darunter auch den des schmalen Kanals, der zur Stadt Agde führt. Die ursprünglich runde Kammer wurde später für die Durchfahrt grösserer Kähne eweitert. Dennoch hat sie sich ihren einzigartigen Charme bewahrt.   

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